Johan Christian Clausen Dahl (1788 1857)
Neben C. D. Friedrich Landschaftsmaler der Romantik
Als am 29. Mai 1934 auf Antrag der norwegischen Regierung die sterblichen Überreste der Familie des Landschaftsmalers und Professors an der Dresdner Kunstakademie Johan Christian Clausen Dahl exhumiert und in seinen Geburtsort Bergen überführt wurde, blieb glücklicherweise die Grabplatte mit seinem Namen, dem seiner zweiten Frau und dem des gemeinsamen Sohnes Harald zurück.
Geboren wurde Johan Christian Dahl am 24. Februar 1788; eine umfangreiche Gedächtnisausstellung zu Ehren seines 200. Geburtstags fand 1988 in Oslo und Dresden statt. Die sächsische Residenz sollte dem jungen Landschaftsmaler 1818 lediglich als Auftakt einer vom dänischen Königshaus geförderten Studienreise nach Deutschland, Italien, Frankreich und England dienen. Mögen das Aufsehen seiner unakademischen Kunstauffassung, die nähere Bekanntschaft mit Caspar David Friedrich und die rasche Gewöhnung an das künstlerische Leben der Stadt ihren Teil dazu beigetragen haben, Dresden als ständigen Aufenthaltsort zu wählen, so war dafür doch der eigentliche Grund Emilie von Block (28. Juli 1801-24. August 1827), die er am 12. Juni 1820 heiratete. Einen Tag später trat er seine Italienfahrt mit längeren Aufenthalten in Quisisana, Neapel und Rom an, kehrte erst am 27. Juli 1821 nach Dresden zurück, gab aber nunmehr den Plan einer Übersiedlung nach Kopenhagen endgültig auf. 1823 wählte Dahl Wohnung und Atelier im Hause Caspar David Friedrichs Am Elbberge 33. Beide wurden ein Jahr später in der Nachfolge Johann Christian Klengels zu Professoren an der Kunstakademie, wenn auch ohne Lehrstuhl, ernannt. Vorherrschend in Dahls Malerei waren die vielfältigen Naturmotive seiner etwas rauhen nordischen Heimat. Auf seinen fünf Reisen nach Norwegen zwischen 1826 und 1850 fand er immer aufs Neue Anregung zu seinen eigenwilligen, mitunter auch schroffen malerischen Landschaftsschilderungen. Meisterhaft sind seine zahlreichen faszinierenden Wolkenstudien.
Dem Kunsthistoriker und Denkmalschützer Dahl ist wesentlich der Aufschwung nationaler Kunst und Kultur seines Vaterlandes zu danken. Neben der Gründung eines Altertums- und eines Kunstvereins muss vor allem die Bildung der Nationalgalerie in Kristiania, dem heutigen Oslo, genannt werden. Die Stabkirche im schlesischen Wang rettete er vor dem Verlust, indem er sie ankaufte und mit Hilfe Friedrich Wilhelms IV. von Preußen 1842 ins schlesische Brückendorf umsetzen ließ.
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